Kursbuch

Letztens erzählte mir eine Freundin, dass sie als Kind gern stundenlang ins Kursbuch der Deutschen Reichsbahn schaute und sich dabei vorstellte, wie die Orte aussehen mochten, die auf den verschiedenen Seiten angegeben waren. Wie gut ich sie verstand! Denn auch ich bin noch vertraut mit den alten Fahrplanbüchern – den Kursbüchern sowie den kleineren Taschenfahrplänen der Deutschen Reichsbahn (in der BRD gab es auch Kursbücher, aber die hatten wir nicht zuhause). Schwarz auf weiß standen da die Verbindungen auf gedruckten Seiten. Dazu gehörten die Streckenpläne, auf denen man die einzelnen Zugverbindungsstrecken nachvollziehen konnte. Ganz offline. Jährlich neu. Heute ist das eher etwas für Liebhaber und Liebhaberinnen. Aber davon hat die Bahn trotz vielen Murrens viele, zum Glück!

Ausschnitt eines Screenshots von ebay für den Verkauf von
DDR-Taschenfahrplänen, hier: die Strecke Leipzig – Gera – Saalfeld.
Quelle: ebay

Anders als das (immer schmaler werdende) Telefonbuch, meinte ich, das Kursbuch habe wohl schon längst den Anschluss an die immer digitaler agierende Kundschaft verloren. Aber weit gefehlt: Hurrah!! Es ist noch da! Wie ich jüngst herausfand, stellt die Deutsche Bahn noch heute ein elektronisches Kursbuch zur Verfügung.

Darin enthalten sind:

  • eine Kursbuchtabellensuche,
  • eine interaktive Streckenkarte,
  • eine interaktive Verbundkarte,
  • Tabellenübersichten sowie
  • eine Anleitung Lesen der Kursbücher!

Man kann sogar nach Kursbuchstreckennummern suchen!

Ausschnitt aus dem Kursbuch der Deutschen Bahn von 2024, Dessau – Lutherstadt Wittenberg – Falkenberg. Quelle: Deutsche Bahn.

Auch regionale Ansprechpartner sind genannt. Ein Fest! Für mich klingt das sehr nach Barrierefreiheit der kognitiven Art für Menschen, die es lieben, wie früher nach Zügen zu suchen. Und das ist gut! Vor einigen Jahren gestand mir übrigens jemand, der 1987 geboren war, dass er die gelben, gedruckten Zugfahrpläne in Bahnhöfen gar nicht korrekt lesen könne, was ich sehr bedauerte. Und für Angehörige einer noch jüngeren Generation, die derzeit die analoge Welt erst mit großer Freude und einer gewisser Aufregung für sich entdeckt, kann das Kursbuch eine schöne Sache sein. Und vermutlich nutzen bereits Viele schon die ganze Zeit diese Möglichkeit.

Warum habe ich nur nicht früher danach gesucht? Zugegeben: Die Verbindungssuche in der App und auf der Website ist schon bequem. Ja, bequem – das Zauberwort für viele Veränderungen.

Wenn mich wieder einmal jemand fragt, wann ich denn an einem bestimmten Ort ankommen werde, kann ich endlich wieder sagen: “Da muss ich mal im Kursbuch nachschauen.” Ob der Zug dann auch pünktlich ist, muss mir dann aber die App verraten.

Definition Kursbuch:

“Zusammenstellung von Fahrplänen der Eisenbahn in Buchform oder als elektronische Datei”

Duden online: https://www.duden.de/rechtschreibung/Kursbuch, aufgerufen am 10. Dezember 2024

Geistige Getränke und Retourbillets

Ob Sherlock Holmes, Dracula oder andere Geschichten, deren Handlung in den 1890er Jahren in London spielt: Ein kleiner treuer Reiseführer aus der damaligen Zeit (mit Karte!) kann nie als Begleitliteratur schaden, wenn man in Gedanken an Ort und Stelle „reisen“ möchte. Ich habe einen, der 1896 für eine deutsche Leser- und Besucherschaft verfasst wurde und beispielsweise deutsche Buchhandlungen, Apotheken und sogar Musikalienhandlungen aufführt. So war ein Ableger von Breitkopf & Härtel in der Great Marlborough Street zu finden und einer von Schott & Söhne in der Regent Street. Erstaunlich! Immer wieder ziehe ich das Bändchen zurate, wenn ich mich im viktorianischen London „zurechtfinden“ möchte.

Bereits damals wurden zum Beispiel sieben vegetarische Restaurants aufgeführt, und vielleicht war das auch nur eine Auswahl:

Vegetarianer-Restaurants.

Keine geistigen Getränke, kein Fleisch; Pflanzenkost gut und billig, keine Trinkgelder.

St. Pauls Churchyard 61.
Ludgate Circus 1.
St. Martins Lane W.C. (The Orange Grove).
Tottenham Court Road 185 (The Ideal).
Oxford Street 23 (The Alpha).
Rathbone Place 13, Oxford Str. (The Wheatsheaf).
Strand 303 (Queen Victoria).

London und Umgebung, Achte Auflage. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin, 1896, Seite 39

In den „Vegetarianer-Restaurants“ wurden keine alkoholischen Getränke verkauft. Wobei – was schreibe ich: „Geistige Getränke“ klingt so viel schöner. Ich denke gleich an Rotwein und Sonnette, wobei sich der „geistige“ Aspekt hier freilich nur auf den Alkohol im Getränk bezieht, nicht auf die Wirkung oder den geistig-musischen Ausgangzsustand jener, die solche Getränke zu sich nehmen. In „Spiritus“ (Latein: u.a. Lufthauch, Wind, Seufzer, Dunst, Seele, Geist) ist die Bedeutung heute noch enthalten.

Im „Kluge“ steht zu Spiritus:

„(vergällter) Alkohol, Weingeist“, erw. fach. (15. Jh.). Entlehnt aus l. spiritus „Hauch“, zu l. spirare „blasen, wehen“. In der Sprache der Alchimisten wurde mit diesem Wort die „wesenhafte Flüssigkeit“ von Körpern bezeichnet, die sie durch Destillation gewannen. Dann speziell auf das Wesenhafte von alkoholischen Flüssigkeiten bezogen (–> Spirituosen).

Quelle: Kluge, Friedrich. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, Berlin, New York, Walter de Gruyter, 2002

Von Berlin aus hätte ich damals über Vissingen, Ostende, Calais oder Hoek-Harwich nach London reisen können, wie ich lese. Eine Hin- und Rückfahrkarte („Retourbillet“) für letztere Route kostete für die 1. Klasse damals 83 Mark und war 30 Tage gültig. Retourbillets! Auch sind die Farben für Omnibus-Linien und Pferdebahnen (Tramways) aufgeführt.

Blick in das Büchlein, das mir vor vielen Jahren eine liebe Englischlehrerin schenkte, weil sie meine Vorliebe für Großbritannien und die englische Sprache kannte.

Wenn ich das nächste Mal nach London reise, möchte ich wieder eine Dampfschiffpartie unternehmen, wie im Reisführer vorgeschlagen. Viele, will heißen wahrscheinlich die meisten der Museen und Ziele gibt es ja auch heute. Man kann sich also inspirieren lassen. Für mich gehört ein Pub-Besuch immer mit dazu. Doch was lese ich dazu in meinem Reiseführer?! What?!

„Die englischen Bierlokale, ‚Public Houses‘ genannt, bieten einen ungemütlichen Aufenthalt mit sehr gemischter Gesellschaft und entsprechen in keiner Weise dem deutschen Geschmack. Dagegen haben die deutschen Bier-Importeure in den letzten Jahren eine grössere Zahl eleganter Restaurants nach deutscher Art eingerichtet, deren Aufzählung folgt:..“

London und Umgebung, Achte Auflage. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin, 1896, Seite 37

Oha. Wenn ich an diese Stelle komme, merke ich, dass es dann doch an der Zeit ist, das Büchlein wieder zu schließen und an seine Stelle ins Regal zu stellen.

Kaleidoskop

Neuerdings schaue ich oft in die Sterne. Aber nicht durch ein Teleskop am kalten Nachthimmel, sondern durch ein kleines Kaleidoskop. Meine Mutter schenkte es mir letztens (sie dachte, es wäre sowieso meins gewesen, aber ich konnte mich nicht erinnern). Erst vor einigen Wochen hatte ich an meinem Schreibtisch gesessen und mich gefragt, wo denn mein früheres, etwas größeres Kaleidoskop wohl abgeblieben wäre, dann fiel es mir ein: Ich hatte es weggegeben. Und dann dieses kleine Geschenk, völlig überraschend!

Es besteht aus zwei Röhrchen, die miteinander verbunden sind, das eine führt durch das andere. Das eine Röhrchen (das die Spiegel enthält) ist mit Glitzerpapier ausgekleidet. Das andere enthält kleine glänzende Sterne, Herzchen und helle Körnchen. Wenn man es dreht, zeigen sich immer neue Farben und glitzernde Muster und es hört praktisch nicht auf! Stunden kann man damit verbringen. Und staunen, sich ablenken, den Rechner mal runterfahren, sich freuen über die Kleinigkeiten des Lebens. So richtig weiß ich auch nicht, warum es mir so gefällt.

Das Wort Kaleidoskop kommt aus dem Griechischen, wie im etymologischen Kluge-Wörterbuch (Walter de Gruyter, 2002) nachzulesen ist:

Neubildung in England zu gr. kalós „schön“, gr. eidos „Bild, Gestalt“ (zu gr. idein „sehen“) und gr. skopein „schauen“ in Analogie zu Mikroskop. Somit also ein „Gerät“ zum Betrachten von schönen Bildern“ (entstanden 1815).

In meinem Duden von 1905 steht das etwas knapper:

(gr.) „Schönbildseher“, optisches Spielwerk || kaleidoskopisch; in buntem Wechsel, bunt

Duden. Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bibliographisches Institut. Leipzig und Wien, 1905

Ich habe also einen Schönbildseher geschenkt bekommen oder noch besser: Ich hatte ihn schon und wusste es nicht. Und wahrlich, wie gut kann ich ihn gebrauchen! Er ist platzsparend, spontan einsetzbar, kostengünstig (verbraucht keinen Strom und braucht keine Ersatzpatronen oder so etwas) und zeigt mir immer neue, oft glitzernde, sich ständig wandelnde Motive, wobei man die Geschwindigkeit ja selbst beeinflussen kann. Durch die Symmetrie der Darstellung strahlen die Muster zudem eine gewisse Vollkommenheit aus, zumindest wirkt es so auf mich.

Erfunden hat das Kaleidoskop der schottische Physiker (und Theologe) Sir David Brewester 1815 und ließ es 1817 patentieren. Vorläufer-„Technologien“ mit spiegelnden Oberflächen reichen wohl viel weiter zurück. Auf der Website eines Herstellers (jedoch nicht meines Kaleidoskops) steht folgendes:

Die Encyclopaedia Britannica verzeichnete in der Ergänzung von 1824 unter dem Eintrag ‘Kaleidoskop’: „Es wurde schnell beliebt und die Sensation, die es bei Leuten jeden Standes hervorrief, war überraschend. Kaleidoskope wurden in enormen Mengen hergestellt und ebenso rasch verkauft, wie sie produziert werden konnten.“

https://www.caleidoscopio-aleph.com/de/content/6-ursprung-und-geschichte

Das kann ich mir gut vorstellen, denn auch bei uns war das kleine Gerät eine Sensation am Kaffeetisch. Es erklangen Begeisterungsrufe im Wechsel mit Seufzern der Faszination – so überraschend lebensfroh wirkten die Muster und ihre Wandlungen auf das unvorbereitete Pandemie-Herbst-Gemüt. Ich wollte es kaum aus der Hand legen. Ich habe es gleich per Video aufgenommen, aber die Aufnahmen kommen nicht an den Effekt des Direktschauens heran.

Der Begriff Kaleidoskop wird heute wahrscheinlich jedoch meistens im übertragenen Sinne gebraucht, als bunte Ansammlung von etwas (siehe 2. Bedeutung im aktuellen Duden, online):

1. optisches, in seiner Form an ein Fernrohr erinnerndes Spielzeug, bei dem durch mehrfache Spiegelung von bunten Glassteinchen im Innern, die sich durch Drehen jeweils anders zusammenfügen, wechselnde geometrische Bilder und Muster erscheinen

2. lebendig-bunte [Bilder]folge; buntes Allerlei, bunter Wechsel bei etwas

BEISPIEL:
– ein [buntes] Kaleidoskop von Stimmen, Farben, Eindrücken

Quelle: https://www.duden.de/rechtschreibung/Kaleidoskop

Diese Verwendung ist meines Erachtens jedoch etwas schwach. Es schwingt etwas Beliebiges darin mit, wie etwas willkürlich Zusammengewürfeltes. Das finde ich schade. Zwar sind auch die Partikel im Kaleidoskop etwas im Moment „Zusammengewürfeltes“; dennoch geht von der echten Kaleidskoperfahrung eine größere Faszination – ja Genialität – aus, will mir scheinen. Es ist wirklich eine tolle Erfindung. Weggeben werde ich dieses bestimmt nicht.

Weitere Hinweise:

Auf Google Books ist das Original-Werk von Sir David Brewster über seine Forschung zum Kaleidoskop zu finden: The Kaleidoscope, Its History, Theory and Construction with Its Application to the Fine and Useful Arts. London. John Murry, 1858. (Diese Info habe ich von „experimentis – Physik für alle“ auf https://experimentis-shop.de/kaleidoskop-mit-objektkammer-detail-345.html).

Lichtspiel

„Ach, lass uns doch mal wieder ein Lichtspiel besuchen.“ Wie lange hat das keiner zu mir gesagt. Sofort habe ich zuckende Schwarz-Weiß-Bilder eines Stummfilms vor Augen, wahrscheinlich sitzt ein Orchester gleich vor der Bühne, die Menge tobt ob der nach heutigen Standards völlig übertriebenen Gestik der Darsteller bei der Vorführung recht alberner Sketche. Meine Freundin Gerda muss sich Luft zufächern, so lustig ist der Film. Sie trägt ein sehr schickes 20er-Jahre-Kleid. So könnte es sich zugetragen haben, wenn ich vor 100 Jahren gelebt hätte und ein Lichtspieltheater oder Lichtspielhaus besucht hätte und eine Freundin gehabt hätte, die Gerda hieß.

Die Bezeichnung Lichtspiel ist sicher auf die in seiner Entstehungszeit neuartige Form der Vermittlung eines Schauspiels durch die Licht-Projektion bewegter Bilder zurückzuführen. Daher auch die Bezeichnung Lichtspieltheater für den Ort, wo Lichtspiele gezeigt wurden (oder auch Lichtspielhaus). Es war ein Theater, wo die Schauspieler eben nicht leibhaftig auf der Bühne standen, sondern an die Wand projeziert wurden.

Der heutige Begriff Kino ist laut dem etymologischen Kluge-Wörterbuch auf Kin-(emat)-o-graph zurückzuführen. Damit war zunächst ein „Apparat zur Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder“ gemeint, entlehnt aus dem Französischen cinématographe. Darin enthalten sind das griechische kinema (-atos) für Bewegung sowie -graph von dem Verb graphein, was schreiben bedeutet (vgl. Kluge, 2002). Also ein Bewegungsaufschreiber, jedoch nicht im Sinne heutiger Fitness-Apps. Später wurde der Begriff für die Apparatur gleichbedeutend mit dem Ort, wo diese zum Einsatz kam.

Einige Filmrezensenten verwenden Lichtspiel noch heute vereinzelt als Synonym, wenn sie nicht dauernd Film oder Streifen sagen wollen, was die treu Verbundenen der notleidenden Wörter natürlich erfreuen dürfte.

Für mich klingt Lichtspiel sofort nach guter Laune und einem wohlschmeckenden Cocktail im Anschluss, nicht zum Beipiel nach dem düsteren und sehr dramatischen Stummfilmklassiker „Panzerkreuzer Potemkin“ (ausgesprochen: patjomkin) von Sergej Eisenstein aus dem Jahre 1925, der die Zuschauer dank neuartiger dramaturgischer und schnitttechnischer Kniffe damals in Angst und Schrecken versetzte. Auch nicht nach heutigen Kassenschlagern (man könnte auch Blockbuster sagen) mit allen möglichen Spezialeffekten.

Aber die Lichtspielhäuser bleiben derzeit pestilenzbedingt geschlossen und viele Freunde des dramaturgisch durchdachten Bewegtbilds wenden sich Streamingdiensten zu, derer es inzwischen recht viele gibt. Mmh. Wie könnte man diese nach alter Tradition nennen? Vielleicht Lichtspiellieferanten, Lichtspielversorger — oder, wenn man es wieder französisch haben möchte — Lichtspielabonnementdienste? Vielleicht wäre das doch auch was für mich. Internet hab ich. Gin habe ich auch in mittlerer Bandbreite. Jetzt muss ich nur noch Gerda finden. (Wahrscheinlich dann doch eher nach dem Lockdown. Ach Mensch. Man könnte auch confinement auf französisch sagen, wie beispielsweise die französische Tageszeitung Le Figaro. Klingt irgendwie frischer, ändert aber nicht wirklich etwas.)

Galanteriewaren in Prag

In der Celetnà-Straße 3/602 in Prag gab es von 1887 bis 1906 ein Galanteriewarengeschäft – ein Geschäft, das sich auf den Verkauf modischer Accessoirs spezialisierte.

Wahrscheinlich wäre es heute längst vergessen, wenn nicht sein Besitzer in die Literaturgeschichte eingegangen wäre: Hermann Kafka, der Vater von Franz Kafka. Bekanntheit dürfte der Geschäftsmann vor allem durch Franz Kafkas „Brief an den Vater“ erlangt haben, den der Schriftsteller 1919 verfasste – aber nie abschickte. Auf 103 Seiten schrieb sich Kafka seinen ganzen Frust von der Seele und portraitierte sehr anschaulich sein Leiden am Vater, der alles andere als liebenswürdig oder galant aus den Beschreibungen hervorgeht. Einige Ausschnitte des Briefs sind im Kafka-Museum in Prag zu sehen.

„Manchmal stelle ich mir die Landkarte ausgespannt und Dich quer über sie hin ausgestreckt vor. Und es ist mir dann, als kämen für mein Leben nur die Gegenden in Betracht, die Du entweder nicht bedeckst oder die nicht in Deiner Reichweite liegen. Und das sind entsprechend der Vorstellung, die ich von Deiner Größe habe, nicht viele und nicht sehr trostreiche Gegenden, und besonders die Ehe ist nicht darunter.“ (Brief an den Vater)

Noch heute gibt es in Prag alte Schilder mit der Aufschrift „Galanterie“, wobei aber anzunehmen ist, dass sich die Bedeutung später in Richtung Kurzwaren entwickelte.

Wenn es Zeitreisen gäbe, würde ich gern dieses Lädchen besuchen und mich persönlich in Galanteriewarenangelegenheiten beraten lassen. Ich würde heimlich von den Zierknopfleisten und Parfümfläschchen in der Auslage aufschauen um zu sehen, wer dieser Mann ist, der einen der überragendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts auf solch dramatische Weise geprägt hat, vermutlich ohne es im Entferntesten zu ahnen.

Hauseingang des Gebäudes der Hausnummer 3/602
Das Haus des ehemaligen Galanteriewarenladens von Hermann Kafka in der Celetná Nr. 3/602 heute. Die Familie hat laut des Stadtplans „Franz Kafkas Prag“ auch von 1892 bis 1907 hier im zweiten Stock gewohnt.

 

Links zum Thema: 

Kafka-Museum in Prag
Ausstellungsführer zum Museum (nur dort erhältlich) oder
ggf. im Antiquariat: ZVAB
Wikipedia-Eintrag zu Galanteriewaren